Welzel: Ein deutsches Trauerspiel - Die Tragödie der Millionen vergessener Opfer von Flucht, Vertreibung, Bombenkrieg und Gefangenschaft
Seit längerer Zeit ist es >politisch korrekt< geworden, von den Deutschen als >Tätervolk< zu sprechen, und Tausende von Denkmälern und Gedenkstätten dienen im Lande
der Erinnerung an Opfer >deutscher Gewalt< im Zweiten Weltkrieg. Darunter sind auch etliche Gedächtniseinrichtungen mit hohem Personal— und Dokumentationsaufwand, die neben den Einrichtungskosten erhebliche laufende Mittel zu ihrem Unterhalt erfordern. Die entsprechenden öffentlichen Gelder werden anstandslos bewilligt. Dagegen gibt es auch mehr als 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch keine zentrale Gedenkstätte für die Millionen deutscher ziviler Opfer, die gegen Ende des Krieges und nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht durch Bombenkrieg, Flucht und Vertreibung, Deportation und Zwangsarbeit und allgemein durch völkerrechtswidrige Ausschreitungen der Alliierten zu beklagen waren. Von verschiedenen Seiten werden seit langem solche Vorhaben vorgeschlagen, zum Beispiel eine angemessene Gedächtnisstätte für die deutschen Vertriebenen in Berlin, doch wurden solche Pläne bisher noch immer durch entsprechende parteiübergreifende Kreise deutscher Politiker erfolgreich blockiert. Und es scheint auch in naher Zukunft keine Eini- gung über eine solche Einrichtung möglich zu werden. Daher hat sich vor einiger Zeit aus privatem Antrieb der >Verein Gedächtnisstätte e.V.< gebildet, dessen Ziel es ist, unter dem Leitwort »Für Erinnern—gegen Vergessen, Verdrängen, Verfälschen« in Borna, rund 30 Kilometer südlich von Leipzig, eine Gedächtnisstätte für die zivilen deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges einzurichten. Durch ein hochherziges privates Vermächtnis und zahlreiche Spenden war es möglich, ein entsprechendes Grundstück zu erwerben, auf dem bereits ein älteres Verwaltungsgebäude steht, das zu einem Dokumentationszentrum ausgebaut werden kann. Die Baupläne für ein angemessenes würdiges Ehrenmal, das um ein hohes Stahlkreuz in Kreisform aus zwölf Granitwänden mit den Wappen und Symbolen der "verschiedenen Opfergruppen sowie mit Zitaten bedeutender Persönlichkeiten besteht, sind seit längerem fertig, und mit der Verwirklichung des Vorhabens wurde nach Baufreigabe bereits begonnen. Diese Gedenkstätte soll als sichtbares Zeichen Zeugnis von den Leiden der Opfer ablegen, die Überlebenden gegen das Vergessen aufrütteln und für die heutigen und künfti-
gen Generationen als Mahnung dienen. Die Verwirklichung eines Dokumentationszentrums bietet die letzte Gelegenheit, authentisches Zeugnis der Zeitzeugen, die das Grauen erlebt und überlebt haben, für die Nachwelt zu erhalten. Dieses Buch führt in die genannten Aufgaben ein und stellt das Vorhaben dar. Es schildert die verschiedenen Opfergruppen sowie ihr Schicksal in den einzelnen deutschen
Landschaften und gibt den nachwachsenden Generationen einen sachlichen und durch die entsprechenden Zahlen untermauerten Überblick über das damalige Geschehen. Zugleich spricht dieses Buch den Leser auf seine Bereitschaft zur Mitarbeit und Unterstützung an. Denn dieses Vorhaben der Gedächtnisstätte erfordert zum Ausbau und zur späteren Unterhaltung weitere Mittel, die zur Zeit nicht von öffentlichen Kassen zur Verfügung gestellt werden. Durch die Eindringlichkeit der Dokumentation soll dargestellt werden, wie hier ein verpflichtendes Vermächtnis der Opfer besteht und die gegenwärtig Lebenden eine geschichtliche Verpflichtung gegenüber den kommenden Generationen zu erfüllen haben.
Gebunden; 299 Seiten mit zahlr., teils farb. Abb; Prospekt der Gedächtnisstätte Borna beiliegend; sehr guter Zustand
Grabert Verlag; 2007; Tübingen