Mehr als 50 Jahre nach der Vertreibung von über drei Millionen Sudetendeutschen aus ihrer jahrhundertelang besiedelten Heimat, wobei rund 250 000 Menschen den Tod fanden, ist dieses Menschheitsverbrechen noch nicht gesühnt. Die tschechische Regierung weigert sich sogar immer noch, die berüchtigten Benesch-Dekrete aufzuheben, die 1945 bis 1948 die jedem Rechtsempfinden hohnsprechende amtliche Grundlage für die Vertreibung und Enteignung der Deutschen sowie für die Straffreiheit der Täter darstellten und die bis heute gelten. Die Tschechische Republik ist nun mit diesen dem europäischen Recht in ihrer Menschenverachtung grundsätzlich widersprechenden Dekreten in die Europäische Union (EU) aufgenommen worden: eine untragbare Zumutung für jeden rechtlich denkenden Menschen.
Der Verfasser beurteilt in diesem Buch jene Benesch-Dekrete, deren voller Wortlaut angegeben ist. Er beschreibt ihre Entstehung und die grausame Anwendung. Er setzt sich mit den unzutreffenden, aber dennoch oft vorgebrachten Argumenten auseinander, diese Dekrete aus der ersten Nachkriegszeit seien inzwischen >obsolet< geworden und hätten nur noch historische Bedeutung. Ausführlich geht er auf die jüngsten Verlautbarungen führender tschechischer Politiker wie auf die gegenwärtige tschechische Rechtsprechung dazu ein. In diesem Zusammenhang betrachtet er auch die verschiedenen deutsch-tschechischen Vereinbarungen und Erklärungen der letzten Jahrzehnte, die durch ihre Verzichtsäußerungen seitens der Deutschen Prag jeweils ermunterten, jede Reue- und Sühnehaltung für die unmenschlichen Behandlung der Sudetendeutschen zu verweigern und selbst das Straffreiheitsgesetz für Massenmörder aufrechtzuerhalten und zu verteidigen.
Kart., 442 Seiten, Buch im sehr guten Zustand, Format: B: 17cm H: 24cm
Grabert-Verlag; 2004; Tübingen