Ostdeutsche Beiträge
Aus dem Göttinger Arbeitskreis Band XLVI
Dieser Band ist das Ergebnis sorgfältiger und zugleich mühseliger Arbeit. Die Unterlagen für ihn hat der Autor durch viele Jahre hin aus Archiven und Bibliotheken zusammengetragen; er konnte sie aber auch durch Befragen noch lebender Künstler oder ihrer Angehörigen ergänzen, obwohl diese durch die Vertreibung weithin zerstreut wurden. Das Ziel blieb, die Königsberger Werke der Plastik, aber auch Plaketten und Münzen möglichst vollständig festzuhalten. Es wurde weitgehend erreicht, und das Gedenken an Kunstwerke wurde bewahrt, die zum größten Teil in den Jahren 1944/45 und in der Folgezeit vernichtet wurden, zumindest nicht mehr zugänglich sind.
So ist das Werk zu einem eindringlichen Zeugnis der weitreichenden kulturellen Beziehungen geworden, die in der ostpreußischen Hauptstadt durch Jahrhunderte gepflegt wurden. Denn nicht nur Bildhauer von europäischem Rang wurden für Königsberg tätig oder ihre Werke für die Stadt erworben. Vielmehr wird auch deutlich, wie sehr das eigene ostpreußische Kunstschaffen mit der abendländischen Entwicklung - folgend oder anregend - verbunden war. Eindrucksvoll veranschaulicht der Band überdies, welche hervorragenden Persönlichkeiten Ostpreußen hervorbrachte und in seiner Hauptstadt durch Kunstwerke ehrte. Damit ist zugleich ein bedeutsamer Beitrag zur Kultur- und Geistesgeschichte überhaupt geleistet worden. Unübersehbar wird, welche Einflüsse von Ostpreußen auf Deutschland und darüber hinaus ausgingen. Geistiges Gut wird als lebendige Tradition und als ehrwürdiges Erbe erhalten.
Der ungewöhnliche und vielfältige Reichtum Königsbergs an Werken der bildenden Kunst wird vielfach auch dem Kenner erst durch dies Werk veranschaulicht. Sein hoher Wert nach Zerstörung der Stadt und nach Vertreibung ihrer Bürger bedarf keiner Betonung. Ihnen sollte der Band daher Erinnerungen wachhalten, jedermann aber ansprechen, der Sinn für künstlerisches Schaffen besitzt und sich das Bewußtsein von der Einheit einer deutschen Kultur erhielt. 184 Abbildungen schmücken das Buch. Seine Benutzung ist durch mehrere Register und ein umfangreiches Literaturverzeichnis, soweit nur möglich, erleichtert worden.
Herbert Meinhard Mühlpfordt, Holzner Verlag 1970, Leineneinband mit Schutzumschlag, 299 Seiten mit zahlreichen schwarz-weiß Abbildungen, 21,5 x 15,5cm, 521g, Schutzumschlag leicht beschädigt, sonst guter bis sehr guter Zustand
Holzner Verlag; 1970; Würzburg