Elisabeth Wagner (Hrsg.)
Der Generalquartiermeister
Briefe und Tagebuchaufzeichnungen des Generalquartiermeisters des Heeres General der Artillerie Eduard Wagner
Eduard Wagner, der im Zweiten Weltkrieg für die versorgungsmäßige Vorbereitung und Durchführung der Feldzügeverantwortlich war, konnte sicherlich mehr Einblick in die politischen und militärischen Planungen und Abläufe nehmen als mancher Minister oder Heerführer. Schon deswegen sind die Briefe Wagners an seine Frau von allgemeinem Interesse. Diese Briefe reichen von 1919 bis zum Winter 1941. Hier reflektiert ein Soldat das Schicksal Deutschlands seit den Tagen der Revolution über die Jahre der Weimarer Republik und das Dritte Reich bis zu jenem Moment, da die Anerkennung der Führerpersönlichkeit Adolf Hitlers umschlägt in die Bereitschaft zum aktiven Widerstand.
In den Briefen und den eingefügten Tagebuchaufzeichnungen des Kriegstagebuches Nr. 1 über die Wochen des Kriegsbeginns sind manche wertvollen Tatsachenmitteilungen enthalten, die für eine spätere, aus dem Abstand gewonnene Geschichtsschreibung von großer Bedeutung sind. Neben dem Faktischen - das im Anhang durch Beiträge ehemaliger Mitarbeiter Wagners ergänzt wird - steht die Mitteilung der augenblicklichen Empfindungen, Erlebnisse und Beobachtungen als äußerst interessanter und wichtiger psychologischer Rahmen, der den Fakten erst den historisch wahren Halt gibt. Der mit der Zeitgeschichte besonders vertraute Professor Hans Herzfeld schrieb nach Einsichtnahme in das Manuskript: „Es ist der Hauptvorzug der hier vorgelegten Materialien, daß sie wirklich unretuschiert, mit voller Aufrichtigkeit und mit dem Mut der Verantwortung vor einer nach den wirklichen Tatsachen fragenden historischen Kritik gegeben sind. Soviel über das Problem auch literarisch gearbeitet ist, werden die Spannungen und Schwierigkeiten dieses Geschichtsverlaufes für den Kenner in wirklich dramatischer Weise deutlich. Gerade das aber ist diejenige Quellenkategorie, die uns bis heute am meisten fehlt ... Ich bin daher überzeugt, daß ein Verlag, der sich an die Veröffentlichung des Buches wagen würde, sowohl der historischen Forschung wie einem breiteren Leserkreis, der an die Dinge herankommen möchte, wie sie wirklich geschehen sind, einen wertvollen Dienst erweist."
Geb. mit Schutzumschlag, 318 Seiten, Bibliotheksexemplar (Kennzeichnungen auf Schutzumschlag und Vorsatzblatt), Schutzumschlag leicht bestoßen, sonst sehr guter Zustand
Diesen Artikel haben wir am Mittwoch, 13. April 2011 in unseren Katalog aufgenommen.
